VORWORT zur neuen Artikelreihe: AIKIDO-Videokurs für Anfänger

(Zur Übersicht: Bitte hier klicken.)

Liebe Freunde & Interessenten des Aikido,

diese Artikelreihe wird erprobte Übungen im Aikido zeigen und erläutern, die zum Teil schon vor sehr langer Zeit entstanden sind. Sie sind mit persönlichen Entdeckungen aus über 45 Jahren leidenschaftlicher und immer spannender Aikido-Praxis angereichert.

Wenn Sie ein echter Anfänger sind, öffnen Sie Herz und Körper für die vorgestellten Übungen. Wenn Sie kein richtiger Anfänger mehr sind, versuchen Sie bitte zumindest vorübergehend zu vergessen, was Sie schon wissen – oder zu wissen glauben. Denn in eine randvolle Tasse passt nichts mehr hinein.

Wenn Sie die Übungen so mitmachen, wie sie gezeigt werden, werden Sie schnelle Fortschritte feststellen und gelegentlich über sich selbst staunen. Das erste Prinzip des Aikido besteht in der Bewegungsmechanik (innere Schlüssigkeit der Kombination aus Geste, Wirkung und aktiver Raumbewegung oder natürlicher Reaktion auf einen Druck oder Impuls von außen).

Das zweite Prinzip, dem wir nachgehen werden, ist die Biomechanik – die Mechnik des Körpers. (Alles sollte sich an den Fähigkeiten unseres individuellen, natürlichen Wesens orientieren. Die Folge: Es wird keinerlei einheitliche Pflichtform geben und es werden keine Haltungen verlangt, die angeblich unbedingt eingenommen werden müsse.)

Das dritte Prinzip wird gewissermaßen der ganzheitliche Aspekt des Aikido sein. Er berücksichtigt die grundsätzlich spirituelle Natur des menschlichen Wesens. Das ist eine Tür, durch die man sich auf eine Reise begibt, von der man nicht mehr wirklich umkehren möchte. Aber diese Reise beginnt erst, wenn man dafür bereit ist. Niemand wird Sie jemals dorthin drängen oder zwingen.

Sie können also unbesorgt in ein gesundheitsförderliches Training einsteigen, das unseren Körper wiederbelebt, indem es Funktionen aufruft, die seit der Kindheit und vielleich noch länger vergessen waren, weil sie nie mehr benutzt wurden.

Es werden die verschiedensten Techniken behandelt, sowie die Kunst des Schwertes (aus Holz oder echt), des halblangen Stocks (JO) und des Messers (TANTO). Denn das sind alles unverzichtbare Accessoires für ein fruchtbares Training, auch wenn die waffenlosen Körpertechniken im Folgenden mindestens zwei Drittel des Inhalts ausmachen werden.

Selbst wenn Sie sich heute für eher unbeweglich halten, werden Sie entdecken, dass der Körper sich eigentlich regelrecht danach sehnt, sich zu bewegen und ein immer höheres Wohlbefinden im Ausdruck seiner natürlichen Fähigkeiten zu finden: Beweglichkeit, Flüssigkeit der Bewegung, Lockerheit im Tun.

Und damit beginnt ein neues Leben.

Bitte beachten Sie, dass das Ziel dieser Arrtikelreihe nicht darin besteht, spektakuläre „Vorführungen“ zu machen, sondern etwas Schritt für Schritt zu lehren: Der Trainer wird immer die Klarheit der Geste und das Pädagogische vorziehen und auf Show-Effekte verzichten, die nicht hierher gehören.

LERNEN DURCH BEISPIELE: Man sollte die Videosequenzen mehrfach und immer wieder abspielen, um sie auf sich wirken zu lassen, und dann die Bewegungen unverändert nachmachen.

Wir folgen dabei einem vorgegebenen Schema, das die verschiedenen Bestandteile des Aikido umfasst: von den zeitlich ältesten Grundtechniken und Grundprinzipien bis hin zu Bewegungen, die schon futuristisch und sogar theoretisch anmuten: Bei Letzteren hat der Körper nur noch eine zweit- oder drittranginge Bedeutung, und umso mehr Bedeutung haben dafür die Lebenenergie (KI), der Atem (KOKYU), der das Grundprinzip des Fließens der Bewegung (UGOKI).

Viel Erfolg beim Trainieren! Wir beginnen hier ein Großes Abenteuer, und zwar gemeinsam. Und unser Ziel ist es, das Aikido mit einem möglichst weiten Blickfeld zu erforschen. Dabei das „vollständige“ Aikido in einem Blog zu erfassen wäre natürlich ein illusorischer Anspruch.

Zum Schluss sei hier der Fabulist La Fontaine ungefähr zitiert, der in der Einleitung zu seinen Fabeln an „seine Hoheit den Kronprinzen“ schrieb:

„Und wenn mir der Preis deines Gefallens verwehrt bliebe,

so bliebe mir dennoch die Ehre, es versucht zu haben.“

(„Et si de t’agréer je n’emporte le prix, J’aurai du moins l’honneur de l’avoir entrepris.“)

Pascal OLIVIER

Gründer der „Tenjinkai“-Aikidoschule (in Frankreich)

Kontakt: oripasu „at“ yahoo.fr

Zur mehrsprachigen Originalfassung (französisch/englisch/japanisch) klicken Sie bitte hier.

(Zur Übersicht: Bitte hier klicken.)

 

Werbeanzeigen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.