AIKIDO-VORFÜHRUNG VOM 14. APRIL 2018

Nuit des arts martiaux à Roissy en Brie from Aikido Ozoir on Vimeo.

Unsere Aikidokagruppe war auf Einladung des kommunalen Sportausschusses von Roissy-en-Brief für eine Vorführung zu Gast. Sie fand in einer zum Theatersaal umgebauten ehemaligen Scheune statt, die heute „La Ferme d’Ayau“ heißt [der Bauernhof von Ayau]. Wir hatten zwanzig Minuten, um unsere Kunst vorzuführen, und das auf einer hohen Theaterbühne mit Vorhängen usw. Es waren also gute Rahmenbedingungen, um eine Qualitätsarbeit zu zeigen. Das Ergebnis kann aber nur der Zuschauer selbst beurteilen – vor Ort oder im Internet.

Wir waren am Anfang des Abends dran, gleich nach einer bemerkenswerten, locker fließenden Tai-Chi-Vorführung. Der Anfang des Abends ist ein günstiger Moment, denn die Aufmerksamkeit ist noch nicht durch eine Abfolge von Vorführungen abgenutzt, von denen manche aus vielen Wiederholungen bestanden oder einfach uninteressant waren. Für uns ging es darum, auf der Welle der Harmonie zu surfen, die die Tai-Chi-Gruppe erschaffen hatte, und sie zu verstärken.

Zu Beginn gab es ein paar allgemeine Ausführungen zur Arbeit mit Waffen und den Fähigkeiten, deren Aufbau sie unterstützen: Stabilität, Reaktionsfähigkeit, Einsatz des Zentrums, Beweglichkeit. Und wir zeigten gleich darauf ein paar Tanto Dori, also Techniken auf einen Messerangriff. Dieser erste Teil war durchweg improvisiert.

Anschließend zeigte jede Schülergruppe das Programm, das sie seit mehreren Wochen akribisch vorbereitet hatten. Wenn sie sich ihre eigenen Vorführungen anschauen, werden sie sicher einige sinnvolle Lehren für künftige Vorführungen daraus ziehen.

 

DIE GRUNDSÄTZE EINER „GUTEN“ VORFÜHRUNG

Man muss es für den Zuschauer spannend machen, indem man ihn überrascht. Das heißt, dass man (immer nur kurz) technische Prinzipien zeigen muss, ohne jemals zwei Mal die gleiche Bewegung zu machen.

Nicht vergessen: den Zuschauer überraschen. Und vor allem: ihn nicht durch Wiederholungen oder Längen langweilen. Sobald die Aufmerksamkeit nachlässt, sinkt auch die Konzentration; der Zuschauer langweilt sich, uind sei es nur unbewusst. Er schaut nur noch beiläufig hin. Die Wirkung des Gezeigten auf das Publikum lässt nach.

Außerdem sollte man unbedingt das Ablegen des Uke und Halten auf dem Boden vermeiden, denn das sind Momente des Stillstands, die die Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Zwischendurch kann man aber eine Bewegungsreihe mit einem kurzen Hebel abschließen.

Also: Immer in Bewegung bleiben. Das bedeutet, dass man die Wurftechniken gegenüber anderen Techniken bevorzugt, bei denen Gelenke kontrolliert werden. Man darf sich da gern auch ein bisschen Spielraum heraus nehmen und gelegentlich sogar gegen die klassischen Techniken verstoßen, damit das Gesamte dynamisch und vorzeigbar bleibt.

Ein einwandfreies und kompromissloses Zanshin ist wichtig: Der Zuschauer muss spüren, dass es hinter dem Ablauf einen durchgehenden Bogen gibt, damit er von Anfang bis Ende dabei bleibt.

Eine Vorführung ist immer ein großer Moment; im Scheinwerferlicht wird einem alles entlockt, und man muss zeigen, was man wirklich gelernt hat.

Man sollte nie eine Gelegenheit für eine öffentliche Vorführung verpassen; auf diese Weise baut man die erforderliche Erfahrung auf und lernt, die eigenen Emotionen zu beherrschen.

Viel Spaß beim Anschauen!

Und bis sehr bald mit neuen technischen Vorführungn.

Pascal OLIVIER.


Die französische Originalfassung erschien am 22. April 2018.

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